Ein Sonntag in Kampala

Es ist Wochenende. Keine Schule. Das heißt wir können unsere beiden Jungs die sonst im Internat sind sehen. Da Bosco Samstag Vormittag noch Tests hatte kommen beide erst Abends nach Kampala. Nachdem wir sehr enttäuscht waren Devis am Freitag weder in der Schule noch in seiner Unterkunft zu finden, haben wir entschieden nur Bosco mit ins Guesthouse einzuladen. Devis hat im Slum übernachtet und war morgens schon überpünktlich zum Frühstück da.

Zeit zum Reden. Wie ist die Lage. Wie ist das Verhältnis zu Patra, die uns unterstützt? Wie geht es beiden? Was läuft gut? Was wollen sie gerne ändern?

Das Gespräch läuft gut. Sehr aufschlussreich. Erstaunen und Verwunderung. Es muss sich einiges ändern. Ob sie die Wahrheit sagen, wissen wir letztendlich nicht. Aber es fühlt sich so an als seien sie ehrlich. Weitere Gespräche auch mit Patra von den Scouts, die nach den Jungs schaut werden folgen.

Weiter gehts.

Uganda ist ein sehr religiöses Land, viele Religionen sind vertreten, wobei das Christentum am verbreitetsten ist. Das heute Sonntag ist wird auch in unserem Guesthouse deutlich. Viele Pfarrer sitzen beim Frühstück. Der Glaube an Gott treibt viele voran weiter zu machen.

Wir sind ins Slum zu einem von den Kids veranstalteten Gottesdienst eingeladen. Es wird getanzt, ein paar Zeilen aus der Bibel vorgelesen und wieder getanzt. Schöne Lieder. Tolle Stimmung. So macht Kirche Spaß!

 

Am Nachmittag werden ein paar Spielsachen und Kuscheltiere verteilt. Die Kinder freuen sich und wollen Bilder für die Kinder aus Deutschland malen. Die Bilder bekommt der Kindergarten von Lisas Nichte, der einiges gespendet hat.

Heute ist Visitors Day in Boscos Schule. Lisa und ich machen uns mit den Jungs auf den Weg. Gespräche mit den Lehrern über Boscos Leistungen und Verhalten. Einsicht in die Testeergebnisse. Mathe ist nicht sein Ding. In Englisch ist er ganz gut. Eine Steigerung ist zu erkennen. Die Lehrer loben ihn. Vom Strassenkind zum Klassensprecher. Die Mitschüler mögen ihn. Wir besuchen sein Doorm. Mit 20 anderen Kids teilt er sich den Raum. In der Kiste ist all sein hab und gut. Das ist Minimalismus!

So fühlt es sich also an, wenn man auf einmal Muddi ist. Stolz sind wir. Aber dennoch ist die Rolle etwas merkwürdig. Die Direktorin hat uns sehr von oben herab betrachtet, hat aber dennoch ihre Dankbarkeit ausgesprochen. Wir fühlen uns eher wie die großen Schwestern oder gute Freunde!

Weiter geht es zu Devis. Vorbei an sehr ländlichen Hütten. Ein Gespräch mit dem Hostel Guard und dann ist auch schon Zeit uns zu verabschieden.

Im Slum. Die letzten Vorbereitungen des German-Uganda Dance Festivals. Letzter Abend für Kathi und Manu im Projekt.

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Zuerst performen die Kids. Tänze in unterschiedlichsten Outfits. Wunderschöne Lieder mit tiefer Bedeutung. Das Lied „I know who i am“ berührt mich besonders. Beachtlich zu sehen, dass sich die Kids mit diesem Thema beschäftigen, zu wissen wer sie wirklich sind und was ihre Persönlichkeit aus macht.

Nach dem Theaterstück, das auf die Problematik von Strassenkindern und HIV aufmerksam macht sind wir dran.

Zuerst Jack, als Rasta nimmt er uns mit in die Welt des Reaggea. Dann kommt Manu mit einer Performance zu den Backstreet Boys. Dann Danny mit einem Bamberg Rap und als Highlight dann Team Germany zusammen. Makarena und Spice Girls. Ein Spaß und was für eine Stimmung. Der Wahnsinn.

Zum Abschluss Salsa zu „they don’t care about us“ von Michael Jackson. Ein besonderes Lied für H4KK. Arthur ein Salsa Tänzer hat MJ damals als er das Projekt gründete unterstützt, so kam Salsa ins Projekt. So schön das selbst die kleinsten schon Salsa tanzen können. Wenn wir zurück sind werden wir Arthur treffen, ich freu mich drauf.

Völlig ausgepowert und verschwitzt geht es nach einem langen Tag zurück ins Guesthouse. Heute gönnen wir uns ein einheimisches Bier -ein Nile- um auf die letzten Tage anzustoßen und diese Revue passieren zu lassen.

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